Georg-Friedrich Kühn

aktuelle Texte (Auszüge)

Farbreich musiziert – ideenlos inszeniert

Eröffnung der Lindenoper-Barocktage mit „Idoménée“ von André Campra

Auf die Idee muss man erst mal kommen: Die Barock-Version von „Idoménée“ den Fura dels Baus zum Inszenieren zu übergeben. Maschinen-Barock-Oper für eine Maschinen-verliebte Truppe. Selbst der verantwortlich zeichnende Àlex Ollé zeigt sich nach eigenem Bekenntnis darüber verwundert. Das Ergebnis ist denn auch danach… (weiter)

Nichts im Lot

„Così fan tutte“ mit Barenboim / Huguet an der Berliner Staatsoper

Ein Regisseur hat eine Idee. Die drei Mozart-Da Ponte-Opern als Altern von Paaren darzustellen. Ähnlich wie Beaumarchais, dem Dichter von „Figaros Hochzeit“, der dies Werk als Mittelstück einer Trilogie … (weiter)

Smooth

Brecht-Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an der Komischen Oper

Die Einlassungen Barrie Koskys im Programmheft über „Mahagonny“ als gleichsam Kettenglied zwischen Schönbergs „Moses und Aron“ und „Anatevka“ lesen sich interessant: Menschen in der Wüste, auf der Suche nach ihrem Gott. Fatty den „Prokuristen“ und Dreieinigkeitsmoses lässt Kosky bei ihrem ersten Erscheinen denn auch als Schläfchenlocken-Rabbi und katholischen Priester auftreten… (weiter)

Kampfplatz: Masse-Individuum

Zwei Splitter vom Musikfest Berlin 2021

Musikfest Berlin. Musik-Fest? Mühsam ist der Zugang mit einigen notwendigen und einigen überflüssigen Corona-Kontrollen. Und im großen Saal der Philharmonie obligatorischer Mundschutz. Kein Sitzen im Schachbrettmuster. Man bekommt Atemnot. Dabei ginge es anders. Und wenn’s am Geld liegt, dann eben mit konzentrierterem Programm. Das erste von mir besuchte Konzert: das Gastspiel des Concertgebouworkest Amsterdam unter Daniel Harding… (weiter)

Nachwischen für Sisyphos

„Œdipe“ von George Enescu (1936)

Blut. Viel Blut. Ein Baden in Blut – und Wasser. Wie ein Menetekel wird es an die blecherne Wand gemalt. Vom Titelhelden noch im Sterben abgewischt. Blutig beginnt es schon…(weiter)

Festspiel-Sommer?

Zu den Neuproduktionen in Bayreuth und Salzburg 2021

Nichts wirklich Neues bei den Super-Sommer-Festspielen. In Bayreuth bekommt man den „Holländer“ als Kleinstadt-Schmonzette geboten, in Salzburg den „Don Giovanni“ als sein eigenes Denkmal…(weiter)

Zwischen Zeitgeist und Erinnerung

Das Humboldt Forum öffnet seine Pforten

„Endlich offen“ – man kann den Brunftschrei der Erleichterung bei den Verantwortlichen nachempfinden, auch wenn erst ein Teil offen ist: ab 20.Juli, der wahrscheinlich interessantere Rest folgt dann am 22.September bzw. im nächsten Jahr. Seit der Beauftragung durch den deutschen Bundestag 2002 ein schönes Stück Zeit inklusive Kontroversen und Widrigkeiten… (weiter)

Nachhilfe in Mythenkunde

Stefan Herheims nachgereichtes „Rheingold“ an der DOB

Einige Possierlichkeiten der „Walküre“ versteht man nun besser mit dem nachgereichten „Rheingold“. Viel Glück hatte die Deutsche Oper bisher nicht mit ihrem neuen „Ring“ in Corona-Zeiten… (weiter)

Berliner Festspiele-Intendant Thomas Oberender geht zum Jahresende 2021

Er wolle sich „neuen Herausforderungen“ stellen, heißt es zur Begründung. Einiges hat er bewegt, nicht unbedingt zum Besseren, zumal in der neuen Musik. Das dafür eigentlich gedachte Festival „MaerzMusik“ ist zur Schwatzbude verkommen. Statt Immersion Implosion… (mehr)

Semperoper bekommt 2024 neue Leitung

Die Verträge von Chefdirigent Christian Thielemann und Intendant Peter Theiler werden nicht über 2024 hinaus verlängert. Neue Chefin wird die frühere Dramaturgin und derzeitige Intendantin der Oper Graz, die Schweizerin Nora Schmid… (weiter)

Corona-bedingt flach

Riccardo Zandonais „Francesca da Rimini” – ein Versuch mit Christof Loy

Viel aufgeregtes oder stoisch-würdiges Hin- und Her-Gerenne oder -Gelaufe. Schlachten-Getümmel mit viel rotem Theaterblut und -Rauch. Grimmig-outriertes Blicken. Liebesszenen, die nicht vom Fleck kommen. Eine Rosenüberreichung zur Brautwerbung à la „Rosenkavalier“ aber genau andersherum – das ist die vielleicht noch witzigste Idee. Und das zu einer Musik mit einem starken Parfum, etwas schwül oder auch melodramatisch à la Puccini… (weiter)

Im Eishaus

Leoš Janáčeks „Jenůfa“ mit Sir Simon Rattle

3sat, das die Premiere zeitversetzt übertragen und einen Monat in seiner Mediathek abrufbereit hat, wollte an dem 13.Februar 2021 eigentlich eine „Gräfin Mariza“-Aufführung senden. Kurzfristig – auf wessen Drängen auch immer? – hat man sich zu dieser Janáček-„Jenůfa“-Premiere der Berliner Staatsoper entschlossen… (weiter)

Nicht vermisst

Der neue „Lohengrin“ der Berliner Staatsoper als Video-Premiere

Nein, ein Genuss ist das nicht: diese grellen Grimassen, hilflos herumstehenden und gestikulierenden Sänger-Darsteller*innen. Uninteressant, langweilig, irgendwie dumm ist dieser neue „Lohengrin“ der Staatsoper als Video-Stream. Calixto Bieito, als Attraktion eingekauft, hat leider schon lange nichts mehr intelligent-Aufregendes zu bieten… (weiter)

Nebeneinander

Luca Francesconis „Quartett“ nach Heiner Müller an der Staatsoper Berlin

Pierre Boulez sollte diese Oper eigentlich schreiben. Es war Daniel Barenboims Wunsch von Anfang seiner GMD-Zeit an. Aber es wurde und wurde nichts daraus. Dann hieß es mal, Boulez habe sich ein anderes Sujet gesucht, einen Text von Genet. Die Heiner-Müller-Version von Choderlos de Laclos‘ Abrechnung mit dem ancien régime im Briefroman „Les Liaisons dangereuses“ (Gefährliche Liebschaften) blieb unkomponiert. Und das war auch gut so. Es ist mit seiner sehr eigenwilligen, poetischen Sprache kein Text, der sich zum Komponieren eignet, der Musik braucht… (weiter)

Auf der Flucht

Stefan Herheim mit dem neuen „Ring“-Projekt der Deutschen Oper: „Walküre“

Der „Vorabend“ zum neuen „Ring“ der Deutschen Oper Berlin konnte Corona-bedingt nur auf dem Parkdeck in Kurzform stattfinden, eingerichtet von einem Assistenten. Ich hab‘ ihn mir geschenkt. Beim „Ersten Tag“ des Wagnerschen „Ring“-Bühnenfestspiels bangte man bis zuletzt, ob und wie das gelingen könnte. Immerhin für knapp die Hälfte der Platzkapazität des Hauses an der Bismarckstraße durfte sie dann stattfinden, die Premiere der „Walküre“… (weiter)

Festspiel-Sommer?

Zu den Neuproduktionen in Bayreuth und Salzburg 2021

Nichts wirklich Neues bei den Super-Sommer-Festspielen. In Bayreuth bekommt man den „Holländer“ als Kleinstadt-Schmonzette geboten, in Salzburg den „Don Giovanni“ als sein eigenes Denkmal…(weiter)

Zwischen Zeitgeist und Erinnerung

Das Humboldt Forum öffnet seine Pforten

„Endlich offen“ – man kann den Brunftschrei der Erleichterung bei den Verantwortlichen nachempfinden, auch wenn erst ein Teil offen ist: ab 20.Juli, der wahrscheinlich interessantere Rest folgt dann am 22.September bzw. im nächsten Jahr. Seit der Beauftragung durch den deutschen Bundestag 2002 ein schönes Stück Zeit inklusive Kontroversen und Widrigkeiten…
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Nachhilfe in Mythenkunde

Stefan Herheims nachgereichtes „Rheingold“ an der DOB

Einige Possierlichkeiten der „Walküre“ versteht man nun besser mit dem nachgereichten „Rheingold“. Viel Glück hatte die Deutsche Oper bisher nicht mit ihrem neuen „Ring“ in Corona-Zeiten…
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Berliner Festspiele-Intendant Thomas Oberender geht zum Jahresende 2021

Er wolle sich „neuen Herausforderungen“ stellen, heißt es zur Begründung. Einiges hat er bewegt, nicht unbedingt zum Besseren, zumal in der neuen Musik. Das dafür eigentlich gedachte Festival „MaerzMusik“ ist zur Schwatzbude verkommen. Statt Immersion Implosion…
(mehr)

Semperoper bekommt 2024 neue Leitung

Die Verträge von Chefdirigent Christian Thielemann und Intendant Peter Theiler werden nicht über 2024 hinaus verlängert. Neue Chefin wird die frühere Dramaturgin und derzeitige Intendantin der Oper Graz, die Schweizerin Nora Schmid…
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Corona-bedingt flach

Riccardo Zandonais „Francesca da Rimini” – ein Versuch mit Christof Loy

Viel aufgeregtes oder stoisch-würdiges Hin- und Her-Gerenne oder -Gelaufe. Schlachten-Getümmel mit viel rotem Theaterblut und -Rauch. Grimmig-outriertes Blicken. Liebesszenen, die nicht vom Fleck kommen. Eine Rosenüberreichung zur Brautwerbung à la „Rosenkavalier“ aber genau andersherum – das ist die vielleicht noch witzigste Idee. Und das zu einer Musik mit einem starken Parfum, etwas schwül oder auch melodramatisch à la Puccini…
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Im Eishaus

Leoš Janáčeks „Jenůfa“ mit Sir Simon Rattle

3sat, das die Premiere zeitversetzt übertragen und einen Monat in seiner Mediathek abrufbereit hat, wollte an dem 13.Februar 2021 eigentlich eine „Gräfin Mariza“-Aufführung senden. Kurzfristig – auf wessen Drängen auch immer? – hat man sich zu dieser Janáček-„Jenůfa“-Premiere der Berliner Staatsoper entschlossen…
(weiter)

Nicht vermisst

Der neue „Lohengrin“ der Berliner Staatsoper als Video-Premiere

Nein, ein Genuss ist das nicht: diese grellen Grimassen, hilflos herumstehenden und gestikulierenden Sänger-Darsteller*innen. Uninteressant, langweilig, irgendwie dumm ist dieser neue „Lohengrin“ der Staatsoper als Video-Stream. Calixto Bieito, als Attraktion eingekauft, hat leider schon lange nichts mehr intelligent-Aufregendes zu bieten…
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Nebeneinander

Luca Francesconis „Quartett“ nach Heiner Müller an der Staatsoper Berlin

Pierre Boulez sollte diese Oper eigentlich schreiben. Es war Daniel Barenboims Wunsch von Anfang seiner GMD-Zeit an. Aber es wurde und wurde nichts daraus. Dann hieß es mal, Boulez habe sich ein anderes Sujet gesucht, einen Text von Genet. Die Heiner-Müller-Version von Choderlos de Laclos‘ Abrechnung mit dem ancien régime im Briefroman „Les Liaisons dangereuses“ (Gefährliche Liebschaften) blieb unkomponiert. Und das war auch gut so. Es ist mit seiner sehr eigenwilligen, poetischen Sprache kein Text, der sich zum Komponieren eignet, der Musik braucht…
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Auf der Flucht

Stefan Herheim mit dem neuen „Ring“-Projekt der Deutschen Oper: „Walküre“

Der „Vorabend“ zum neuen „Ring“ der Deutschen Oper Berlin konnte Corona-bedingt nur auf dem Parkdeck in Kurzform stattfinden, eingerichtet von einem Assistenten. Ich hab‘ ihn mir geschenkt. Beim „Ersten Tag“ des Wagnerschen „Ring“-Bühnenfestspiels bangte man bis zuletzt, ob und wie das gelingen könnte. Immerhin für knapp die Hälfte der Platzkapazität des Hauses an der Bismarckstraße durfte sie dann stattfinden, die Premiere der „Walküre“…
(weiter)

Corona-bedingt flach

Riccardo Zandonais „Francesca da Rimini” – ein Versuch mit Christof Loy

Viel aufgeregtes oder stoisch-würdiges Hin- und Her-Gerenne oder -Gelaufe. Schlachten-Getümmel mit viel rotem Theaterblut und -Rauch. Grimmig-outriertes Blicken. Liebesszenen, die nicht vom Fleck kommen. Eine Rosenüberreichung zur Brautwerbung à la „Rosenkavalier“ aber genau andersherum – das ist die vielleicht noch witzigste Idee. Und das zu einer Musik mit einem starken Parfum, etwas schwül oder auch melodramatisch à la Puccini…
(weiter)

Im Eishaus

Leoš Janáčeks „Jenůfa“ mit Sir Simon Rattle

3sat, das die Premiere zeitversetzt übertragen und einen Monat in seiner Mediathek abrufbereit hat, wollte an dem 13.Februar 2021 eigentlich eine „Gräfin Mariza“-Aufführung senden. Kurzfristig – auf wessen Drängen auch immer? – hat man sich zu dieser Janáček-„Jenůfa“-Premiere der Berliner Staatsoper entschlossen…
(weiter)

Nicht vermisst

Der neue „Lohengrin“ der Berliner Staatsoper als Video-Premiere

Nein, ein Genuss ist das nicht: diese grellen Grimassen, hilflos herumstehenden und gestikulierenden Sänger-Darsteller*innen. Uninteressant, langweilig, irgendwie dumm ist dieser neue „Lohengrin“ der Staatsoper als Video-Stream. Calixto Bieito, als Attraktion eingekauft, hat leider schon lange nichts mehr intelligent-Aufregendes zu bieten…
(weiter)

Nebeneinander

Luca Francesconis „Quartett“ nach Heiner Müller an der Staatsoper Berlin

Pierre Boulez sollte diese Oper eigentlich schreiben. Es war Daniel Barenboims Wunsch von Anfang seiner GMD-Zeit an. Aber es wurde und wurde nichts daraus. Dann hieß es mal, Boulez habe sich ein anderes Sujet gesucht, einen Text von Genet. Die Heiner-Müller-Version von Choderlos de Laclos‘ Abrechnung mit dem ancien régime im Briefroman „Les Liaisons dangereuses“ (Gefährliche Liebschaften) blieb unkomponiert. Und das war auch gut so. Es ist mit seiner sehr eigenwilligen, poetischen Sprache kein Text, der sich zum Komponieren eignet, der Musik braucht…
(weiter)

Auf der Flucht

Stefan Herheim mit dem neuen „Ring“-Projekt der Deutschen Oper: „Walküre“

Der „Vorabend“ zum neuen „Ring“ der Deutschen Oper Berlin konnte Corona-bedingt nur auf dem Parkdeck in Kurzform stattfinden, eingerichtet von einem Assistenten. Ich hab‘ ihn mir geschenkt. Beim „Ersten Tag“ des Wagnerschen „Ring“-Bühnenfestspiels bangte man bis zuletzt, ob und wie das gelingen könnte. Immerhin für knapp die Hälfte der Platzkapazität des Hauses an der Bismarckstraße durfte sie dann stattfinden, die Premiere der „Walküre“…
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Musik-Theater-Tanz-Kritik

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